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Mittwoch, 25. Juni 2008

EM-Tagebuch: Ver-Basel-t

Lieber Björn,

was mir manchmal durch den Kopf schiesst! Das Baseler Stadion ist nicht nur das Jogili, passend zum Löw, sondern man könnte auch - und ich wette, die BILD-Zeitung machts - bei einer Niederlage schreiben: "Jungs, ihr habts ver-Basel-t!" Passiert das, wandere ich aus.

Angstvoll,
Ulrike

EM-Tagebuch: Ich habe kein Fieber!

Lieber Björn,

was mir die EM ordentlich versaut, ist nicht die Tatsache, dass alle meine Favoriten schon ihre Taschen packen mussten, sondern jede einzelne der fiesen EM-Hymnen. Dass Christina Stürmer die Strafe des Fußballgottes für die nicht-Teilnahme Englands ist: okee. Aber dass dieses Lied tatsächlich permanent läuft - immer und überall: das übersteigt das, was ich ertragen kann. Kennste nicht, das Lied? Haha! (aber nur die Kurzversion)



Textlich empfehle ich vor allem den Beginn des Textes. Den Schreiberling sollte man packen und schütteln:

"Wir sind eine Einheit
Nichts kann unsere Wellen brechen
Und von diesem Moment
Werden wir noch lange sprechen
Wir sind nicht allein
Wir sind ein ganzes Meer
Vor lachenden Gesichtern
Uns zu stoppen wäre schwer"


Weiter. Revolverheld. Kann ich ja eh nicht ab. Ist eine schlimme Sache, diese Band. Immer, aber auch immer, wenn ich den Typen höre, muss ich an Becks denken. Was prinzipiell gut ist. Aber in dem Fall nicht. Mmmmh. Lecker! Becks! Aber zurück zum Thema. Hier ein Ausschnitt des Liedes:



Und ein bisschen Text. Sie singen zwar den Fußballgott an, aber das Lied. Naja. Irgendwie fällt das für mich unter Malle-Mucke.

"Na na na na na na - Wir gehen zusammen in die Geschichte ein
Na na na na na na - Lasst uns einmal alle Helden sein"


Ich? Held? Wenn die Nationalmannschaft gewinnt? Yuhu (Ironieschild oben)!

Und dann genau so schlimm. Shaggy: Feel the Rush.... Wieso schreibt der ein Lied für die EM? Und warum und wieso?



Also solltest Du die Lieder noch nicht kennen, jetzt kennst Du sie. Ansonsten vergiss alles obige. Und höre es Dir nicht an!

Viele Grüße,
Kater-Ulle

Mittwoch, 18. Juni 2008

EM-Tagebuch: 50 Luftballons auf ihrem Weg in mein Bett

Lieber Björn,

eins vorweg: wenn Deutschland morgen gegen Portugal so spielt wie gegen die Ösis, dann "Gute Nacht!" Werde mir das wahrscheinlich ganz bequem auf dem Sofa angucken. So ohne Stress und so. Gerne würde ich ja auch eine Wette abschliessen, dass C. Ronaldo alleine gegen Deutschland gewinnen kann, aber das werden die mich wohl nicht testen lassen.

Hast Du mitbekommen, dass Jogi morgen auf die Tribüne muss? So ein Schwachsinn! Einige durften wegen schlimmerer Sachen unten bleiben, aber das ist sicherlich ein Komplott. Ich weiss noch nicht vom wem, tippe aber auf Portugal selber (wer Rooney verpetzt, nääääh....) oder die Türken. 

An meinem Geburtstag hat mein Mitbewohner mir übrigens die Freude gemacht und 50 schwarz-rot-gelbe Luftballons aufgepustet (als schwerer Raucher und Nicht-Sportler) und sie auf meinem Bett verteilt. Fünf oder so hat der Kater schon zerstört (nicht ohne bei jedem Zerstörten laut zu miauen), der Rest liegt hier noch. Gibt ein komisches Bild mit den Ballons und meiner England-Flagge im Hintergrund. 

Schweden hat gerade übrigens gegen Russland verloren. Argh. Ich war doch in der Gruppe für Schweden. Und nein, entgegen aller Gerüchte: es liegt nicht an deren gutem Aussehen, sondern wirklich daran, dass ich deren erfrischenden Stil mag. Aber naja. Die Niederländer werden es denen schon zeigen. Also den Russen. Dann ist für den nicht-europäischen Europameisterschaftsteilnehmer Sense. Sense. Und zwar sowas von.

Soo, ich werde mal schlafen, morgen Vorstellungsgespräch und dann vielleicht Neuigkeiten wegen Stadionbesuchen... Und so!

Grüße aus Oldenburg nach Freetown,
Ulrike


Sonntag, 15. Juni 2008

EM-Tagebuch: Review

Lieber Björn,

hach, jetzt habe ich trotz Versprechen solange nicht mehr geschrieben. Scheiss-Arbeit während der EM. In der Antike war während der Olympischen Spiele ja Ausnahmezustand - könnte es den für Europa- und Weltmeisterschaften nicht auch geben?

Die Niederländer, Björn! Die Niederländer! Ich habe ja schon vorher gesagt, dass die Europameister werden und nun kann ich auch sagen: alles andere wäre unfair! Die spielen so wunderbar, dass einem das Herz aufgeht. Ganz im Gegensatz zu den Deutschen, die - geht man nach dem Kroatienspiel (die ja eher einer meiner Geheimtipps sind) - den Einzug ins Viertelfinale nicht verdient haben. Und zwar sowas von nicht. Gott, war das grottig. Mich nervt nur, dass Metze und Odonkor die ganze Schuld abbekommen. Was ist denn mit dem "Welt"-Stürmer Klose? Hat der schon getroffen? Hat Ballack schon so gespielt, das es die Vorschusslorbeeren rechtfertigen würde? Wer reisst sich auf dem Feld den Arsch auf? Clemens Fritz. Aber der ist den deutschen Fans ja nicht gut genug, weil er bei Werder spielt. So mein Gefühl.

Blöd das mit der Schweiz. Habe mir gestern noch ein Schweiz-T-Shirt gekauft. Werde ich zwar nur heute abend tragen können, aber was solls? Aber der türkischen Nationalmannschaft drücke ich die Daumen nicht!!! Nie! Und den Italienern auch nicht. Sollen die rausfliegen. Italienischer Fußball ist in meiner Welt kein Fußball, auch wenn die Medien schreiben, wie herrlich "unitalienisch" die Italiener spielen! Häh? Haben sie eine Schwalbe weniger pro Spiel oder was?

Das wars fürs erste, ich mache mir Essen!

Hungrig,
Ulrike

PS: Und bleib mir weg mit der BILD-Zeitung. Die zitieren nicht nur ihre polnische Schwesterzeitung, sondern nun auch ihre österreichische. Es ist zum Haareraufen. 


Dienstag, 10. Juni 2008

EM-Tagebuch: YUUUHU! Wir essen Käse statt Pizza!

Lieber Björn,

welch Freude für mich! Wie gestern meine Lieblingsnachbarn die Italiener, die ich fußballtechnisch ja hasse, fertig gemacht haben! Es war toll! Und ich kenne niemanden, der sich nicht gefreut hat. Okay, die Ex-Freundin vom Mitbewohner mag wohl Italien, aber das lösen wir demnächst auf Faustkampfart.
Frankreich war aber eine Enttäuschung. Habe das Spiel selber nicht gesehen, aber ein paar Zusammenfassungen gesehen. Ich meine: wie kann man so spielen? So abwartend? So halt?
Dafür ist Deutschland überhaupt nicht abwartend! Fast jeder Kunde kaufte gestern eine Deutschland-Flagge oder mein absolutes Lieblingsgimmick: den Spieler-Ventilator. Ein paar Impressionen für Dich ins ferne Afrika:





Viele Grüße aus EM-Deutschland,
Ulrike

Sonntag, 8. Juni 2008

EM-Tagebuch: Uaaaaah!

Lieber Björn,

die ersten beiden Gruppenspieltage sind rum und das einzige, was ich sagen kann, ist: Uaaaah!

Uaaah 1 wegen gestern: als Alexander Frei sich verletzte, brach mir das Herz. Und zwar sowas von! Wirklich! Es lässt sich kaum beschreiben. Es war furchtbar. Der Mann ist ein hervorragender Spieler und dann passiert ihm nach ein paar Minuten sowas. Erst kam mir ein Vergleich mit Michael Owen bei der WM vor zwei Jahren in den Sinn. Aber eigentlich ist das falsch, weil: jeder wusste da schon, dass Michael Owen ein hervorragender Spieler ist, dass seine Ballbeherrschung atemberaubend ist. Das weiss aber nicht jeder von Alex Frei. Für viele ist er einfach nur Stürmer beim BVB. Und nicht ein wirklich guter, kluger Spieler. Und das hätte er doch hier beweisen können. Scheisse. 

Uaaaah 2 wegen des Deutschland-Spiels heute: als ich im Internet sehen musste, wie offensiv die Mannschaft eingestellt war, dachte ich nur "Entweder wird es der Hammer oder es geht sowas von in die Hose." Und es war der Hammer. Poldi ist erwachsen geworden und mittlerweile bestimmt schon Kronprinz. Clemens Fritz spielte, dass mein Magen kleine Hüpfer machte. Und Metzelder versuchte wirklich zu zeigen, warum Joggili-Löw sein Vertrauen in ihn, den Langzeitverletzten, setzen musste. Ankotzen tut mich nur dieses Geblubber über diese Artikel in einer polnischen Zeitschrift. Die zeigte nämlich den Ballack und den Löw geköpft. Alle am rumschreien und sich aufregen. Aber: die Zeitung gehört zur deutschen Axel-Springer-Gruppe. Tollste hausgemachte Krise. Echt. Da will ich mir die Haare raufen (aber wie die danach aussehen!!!).

Und sonst? Ich liege gerade im Bett und höre den ersten Autokorso. Gestern im Bus betrunkene türkische Fans. Und ich denke die ganze Zeit: mir fehlt England. 

Runde Grüße aus Oldenburg,
Ulrike

Samstag, 7. Juni 2008

EM-Tagebuch: Juhu! Es geht los!!!

Lieber Björn,

heute geht es los. Das Wetter ist wie beim WM-Start vor zwei Jahren und ich freue mich! Werde das Eröffnungsspiel in einer Kneipe bei Becks vom Fass geniessen. Meine Freude ist grenzenlos. Meine Tipps für heute: die Schweiz gewinnt 3 - 1 gegen Tschechien und Portugal gewinnt leider 2 - 1 gegen die Türkei!

Freudig,
Ulrike

Mittwoch, 4. Juni 2008

EM-Tagebuch: Salzburg "Stadion Wals-Siezenheim"

Lieber Björn,

das letzte Stadion, dann geht es an die Teams. 
Wer sich ein bisschen mit österreichischem Fußball beschäftigt, kennt das Elend, das mit dem salzburgischen Fußball zusammenhängt. Auch hier wieder eine ähnliche Geschichte wie bei den Klagenfurter Vereinen und den Innsbruckern. Der Verein, der im Stadion spielt, existiert so erst seit 2005. Da übernahm nämlich Red Bull den Verein und er wurde wirklich bekannt: Red Bull Salzburg steht für alles, was Fußballfans hassen: Kommerzialisierung des Sports, Kapitalismus und und Traditionslosigkeit. Die Reaktion der eingefleischten Fans des Ursprungsvereins SV Austria Salzburg: Neugründung vom SV Austria Salzburg.
Langsam frage ich mich, was in diesem Land passiert ist, dass die Vereine sich da ständig auflösen, neu gründen und fusionieren. Was macht das mit Fankultur? Ich lese zwar regelmäßig den ballesterer, aber erst jetzt ergibt sich für mich das Gesamtbild und es macht klack. Es erklärt die ganze Angst und Radikalisierung der Fans in Österreich. Hoffentlich wird es hier nicht so.... Oder ist es schon so?
Achja: das Stadion fasst 31.912 Zuschauer, wurde 2003 eröffnet und hat fiesen Kunstrasen. Da sagen die Knie "Aua."

Viele Grüße aus dem abendlichen Oldenburg,
Ulrike

Dienstag, 3. Juni 2008

EM-Tagebuch: Klagenfurt "Hypo Group Arena oder auch Wörtherseestadion"

Lieber Björn,

man stelle sich das einmal vor: während der WM 2006 in Deutschland wurden Prostituierte ohne Ende ins Land geschafft, um den erhitzten und geneigten Fußballfans auch sexuell alle Annehmlichkeiten bieten zu können und scheiterte damit phänomenal. Arbeitlose Nutten all over Germany. Gestern bei RTL aktuell: Klagenfurt bereitet sich mit ner Menge Frauen auf die EM vor. Ob das klappt? Nunja. In das Stadion passen nur knapp 32.000 Zuschauer, mal sehen, wer danach oder davor noch Lust auf Sex hat. Hauptsache Mladen Petric macht keinen Abstecher dahin, denn Klagenfurt ist Austragungsort der Gruppe B mit Deutschland, Kroatien, Polen und Gastgeber Österreich. 
Im normalen Ligabetrieb spielen hier übrigens der skandalumwitterte Bundesligist SK Austria Kärnten (den man aus Prinzip nicht mögen darf) und Regionalligist FC Kärnten. Wahrscheinlich wirst Du dich wundern, warum man den erst genannten Verein nicht mögen darf. Nun: eigentlich würde es den Verein nicht geben, hätte nicht Rechtpopulist Jörg Haider alles gegeben, um den Verein zu retten. Und auch heute noch steht er für seinen Verein ein, besetzt alle Positionen mit Parteifreunden und rührt ordentlich die Werbetrommel. Kann man nicht mögen. Nee, gar nicht. Und da der Verein eigentlich keine Tradition hat (gegründet 2007) stellt er sich in die Tradition des SK Austria Klagenfurt, dessen eigentlicher Nachfolger aber der andere Klagenfurter Verein ist. Nennt man wohl Kulturübernahme oder so. 

Viele Grüße aus dem schwülen Oldenburg in das bestimmt viel heissere Freetown,
Ulrike

Samstag, 31. Mai 2008

EM-Tagebuch: Innsbruck "Tivoli-Neu"

Lieber Björn,

welche Stadt durfte in Österreich bereits zweimal die Olympischen Spiele austragen? Genau! Innsbruck. In den Jahren 1964 und 1976 fanden die Spiele statt. Das erste Mal regulär, das zweite Mal nachdem der eigentliche Veranstalter Denver nicht mehr durfte und das IOC in Innsbruck noch die beste Infrastrukur sah. Nun gut, eigentlich ist das egal. Denn es soll ja um Fußball gehen (aber ich liiiiieehebe es, ab und zu unnützes Wissen einfliessen zu lassen). 
First: Das Stadion heisst Tivoli-Neu (naja, es ist halt neu) hat eigentlich nur knapp über 17.000 Plätze, die aber für die EM auf 30.000 aufgestockt werden und wurde im Jahr 2000 eröffnet. Als Heimstadion von FC Wacker Innsbruck hat das Stadion allerdings schon einiges gesehen. Und nun wird es kompliziert. Also: Es gab mal einen Verein, den Fußballklub Wacker Innsbruck, den es von 1923 bis 1999 gab. Dieser Verein löste sich auf. 
Soo, 2002 wurde dann beschlossen, den Verein zu reaktivieren und man gründete sich neu als Fußballclub Wacker Innsbruck - Abkürzung FC Wacker Innsbruck. Vorderstes Ziel war eine Umbennung des FC Wacker Tirol in eben Wacker Innsbruck. Dies war erst 2007 der Fall und erst seitdem spielt der FC Wacker Innsbruck wieder in der höchsten Liga. 
Tirol übrigens gibt es auch erst seit 2002 (nachdem sich der erste Verein hatte auflösen müssen) und wollte sich von vorneherein lieber in die Tradition von Wacker Innsbruck stellen. 
Tja, und so sind beide Vereine seit letztem Jahr ganz zufrieden mit dem Ist-Zustand.  

Und nun werde ich das Wetter weiter geniessen, es sollte langsam kühler werden!
Viele Grüße,
Ulrike

Dienstag, 27. Mai 2008

EM-Tagebuch: Wien "Ernst-Happel-Stadion"

Lieber Björn,

Yuhu! Endlich kann ich Dir von einem Stadion berichten, in dem ich schon selber war - und von dem ich phantastische Fotos habe: dem Ernst-Happel-Stadion in Wien.
Das 1931 erbaute Stadion fasst über 50.000 Zuschauer und während der EM werden dort sieben Spiele stattfinden. U.a. an meinem Geburtstag das heisse Spiel zwischen dem Gastgeber Österreich und Deutschland und das Finale, in dem ja eigentlich England stehen müsste (aber da sie nicht mal mehr dabei sind, niemand freiwillig seinen Startplatz räumt und auch sonst kein Wunder zu erwarten ist, wird das wohl einfach nicht so sein!).
Ich habe mal einen hervorragenden Vortrag über die Arbeiterolympiade 1931 in Wien gehört und habe phantastische Bilder von der Eröffnung des Ernst-Happel-Stadions gesehen. Die Turner, die damals ihre Eingangspyramide machten, mussten diese mehrmals vorturnen, weil nicht alle, die es sehen wollten, ins Stadion passten - und das bei den erwähnten über 50.000 Sitzplätzen!
Der geneigte Leser kann sich natürlich vorstellen, dass es 1931 noch nicht nach Ernst Happel benannt wurde - da war er schliesslich erst sechs Jahre alt! Früher hiess es Praterstadion. Wer aber nun denkt, das Stadion sei vom Prater bequem zu Fuß zu erreichen, der irrt. Tinchen und ich sind Ewigkeiten am Prater rumgeirrt, bis wir merkten, dass wir evtl doch noch eine Straßenbahn nehmen müssten.
Übrigens werden im normalen Ligabetrieb keine Spiele im Stadion ausgetragen. Ausnahmen: Spiele der österreichischen Nationalmannschaft, internationale Spiele von Rapid und Austria, Pokalspiele, sowie das Derby zwischen Austria und Rapid.







Und nachdem Du nun auch Fotos gesehen hast, verabschiede ich mich aus dem nächtlichen Oldenburg,

Ulrike


EM-Tagebuch - Zürich "Letzigrund"

Lieber Björn,

das folgende Stadion möchte ich ja gaaanz unbedingt mal besuchen: den Letzigrund in Zürich. Das erstmals 1925 gebaute Stadion fasst 26.600 Zuschauer und wird aufgrund seiner 31 Flutlichter auch "Geburtstagstorte" genannt und wäre somit das ideale Geburtstagsgeschenk für meinem Mitbewohner gewesen. 
Wie gesagt: gebaut wurde der eigentliche Letzigrund 1925, 2006 dann aber abgerissen und neu aufgebaut. Die neuerliche Eröffnung fand dann im August 2007 statt - die drei Vorrundenspiele der Gruppe C finden also in einem recht neuen Stadion statt. Witzigerweise hat man den Niederlanden den "Heimvorteil" in dem Stadion genommen. Häh? Heimvorteil? Im Letzigrund liegt niederländischer Rollrasen - aber die Niederlande spielen als einzige Mannschaft der Todesgruppe nicht im Letzigrund. Aus Angst, sie könnten die Italiener, Rumänen und Franzosen überrollen?

Während das andere Züricher Stadion, der Hardturm (das eigentliche Fußballstadion) umgebaut wird (was noch dauern kann, da die Züricher Stadt und ein Großteil der Bewohner das Stadion auch wollen, nur die Bewohner des betroffenen Stadtteils nicht), spielen beide Züricher Vereine im Letzigrund. Wenn dann der Hardturm fertig ist, spielen beide Vereine wieder dort. Aber was passiert dann mit dem Letzigrund? Ist es dann nur noch Leichtathletikstadion und Veranstaltungshalle? An diesem Punkt weiss ich nämlich nicht weiter und verbleibe fragend in Oldenburg,

Ulrike

Sonntag, 25. Mai 2008

EM-Tagebuch - Genf "Stade de Geneve"

Lieber Björn,

vier der EM-Stadien stehen in der Schweiz. Zwei habe ich Dir schon vorgestellt, drei und vier folgen heute und morgen. Heute: Stade de Geneve. Gerne würde ich Dir eine Menge Informationen zukommen lassen, nur leider ist es so mit französisch sprechenden Zeitgenossen: sie denken, dass alle französisch können - kann ich aber nicht. Und so ist die Stadionseite ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Ich kann Dir aber erzählen: Das Stadion fasst die merkwürdige Zahl von 30.084 Zuschauern und die Baukosten waren in Valencia-Maßstäben gemessen ein Klacks: 93 Millionen Euro. Eigentlich trägt im Stadion der Verein Servette FC Genéve seine Spiele aus, ein Schweizer Zweitliga-Verein. Es wäre ja mal interessant zu erfahren, ob die das Stadion voll bekommen. 
Während der EM werden drei Vorrundenspiele der Gruppe A (Schweiz, Tschechien, Portugal,Türkei) hier stattfinden, allerdings wird Gastgeber Schweiz hier kein Spiel bestreiten. Was vielleicht gut ist. Denn beim Eröffnungsspiel verlor die Schweiz gegen Italien - und der Schweizer an sich möchte doch Europameister werden!
Interessant ist vielleicht noch, dass das Stadion, obwohl es das Genfer Stadion ist, gar nicht in der Stadt Genf selbst steht. Es steht vielmehr im Kanton Genf, aber in der Stadt Lancy. Lancy selbst gliedert sich nochmal in Grand-Lancy und Petit-Lancy und hat insgesamt etwas über 27.000 Einwohner.
Sollte die Welt untergehen, wird das seinen Ursprung übrigens in Genf haben, so Felix Wagner. Aber zum Glück erst nach der EM. Nochmal Schwein gehabt würde ich sagen.

Viele Grüße aus Oldenburg, das mit knapp 160.000 Einwohnern nur ein auf einer Müllkippe gebautes und deswegen marodes Stadion hat,
Ulrike

Samstag, 24. Mai 2008

EM-Tagebuch: Bern "Stade de Suisse"

Lieber Björn,

das wohl fußballsymbolträchtigste Stadion in der Schweiz ist sicherlich das Berner Wankdorfstadion. Ich hasse diese permanenten Verweise auf die Wichtigkeit des "Wunder von Berns" als Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. Das ist totaler Schwachsinn, denn der Sieg war vielleicht das letzte große gesamtdeutsche Ereignis trotz Grenze. Im Westen und Osten freuten sich die Fußballfans über den Sieg der Nationalmannschaft und die Kommentatoren der DDR konnten ihre Freude kaum hinter dem Berg halten, obwohl sie eigentlich für den Bruderstaat Ungarn hätten sein müssen. 
Nun gut, das Berner Wankdorfstadion gibt es so nicht mehr. Seit 2005 tragen die Young Boys Bern ihre Spiele im Stade de Suisse aus. Und dieses Stadion hat es in sich (und nebenbei gesagt, stellt es eine enorme Herausforderung für die Theorie dieses meinen Textes dar). Hier kann nämlich nicht nur Fußball gespielt werden, sondern auch eingekauft (das größte Shoppingcenter der Schweiz ist im Stadion untergebracht), gewohnt (Gott! Stell Dir mal vor, man hätte eine Wohnung im St. James Park!) und gelernt werden (ich könnte mich ja nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren). Ökologisch wertvoll ist das Ding mit dem 32.000 Sitzplätzen auch - es hat eine Solaranlage und liefert angeblich eine Menge Strom. Prinzipiell kann man diese Informationen natürlich auch bei Wikipedia nachlesen, trotzdem mal ein paar Sachen, die da nicht stehen. In der Gruppenphase werden hier die Spiele der Todesgruppe C gespielt, die Niederlände werden hier nur spielen. Der geneigte weibliche Oranje-Fan kann also zur Not noch im Stadion Frustshoppen (was ich natürlich nicht hoffe. Wäre doch schön, wenn die Niederlande die Vorrunde überstehen!) und sich danach in der Stadt den Holländerturm angucken (der so heisst, weil in holländischen Diensten stehende Schweizer hier gerne mal eine rauchten), um an bessere Zeiten zu denken. Oder so. 
Das wars fürs erste über Bern und ich verbleibe mit vielen Grüßen aus dem heute sehr sonnigen Oldenburg,

Ulrike

Freitag, 23. Mai 2008

EM-Tagebuch: Basel "St. Jakob-Park"

Lieber Björn,

das Eröffnungsspiel der EM wird in Basel stattfinden. Das ist bekannt. Nicht so bekannt ist aber, dass es fast nicht dort ausgetragen worden wäre. Noch im September 2006 stritten sich die Stadt Basel und die UEFA um die Stadionmiete. 1,4 Millionen Euro sollten es sein. Dabei finden in Basel sechs EM-Spiele statt und werden eine Menge Leute in die Stadt lotsen, die sicherlich - auch ohne englische Fans - eine Menge Bier vernichten. Ob man da die Miete so in die Höhe treiben muss?
Das 2001 erbaute Stadion fasst im normalen Ligaalltag 38.000 Zuschauer, für die EM wird es erweitert und kann somit 42.500 Fans beherbergen - dafür wird es aber um einiges enger, denn der Abstand zwischen den Plätzen wurde hierfür einfach verringert.
Sollte Deutschland die Vorrunde als Gruppenzweiter überstehen, würden sie am 19.06. in Basel spielen. Geschichtsnerds wie wir es sind, könnten hier ein gutes Omen sehen: während der WM 1954 konnte die deutsche Mannschaft hier mit einem 6 - 1 Sieg gegen Österreich im Halbfinale die Finalteilnahme perfekt machen und, wie wir alle wissen, den WM-Titel holen.
Ein weiterer Punkt - und mir wird wegen der evtl BILD-Schlagzeile nun schon ganz anders - könnte sein, dass das Stadion im Volksmund "Joggeli" genannt wird. Und mit welchem Trainer könnte man da wahrscheinlich erbärmlichst schlechte Wortwitze machen?

Fürs erste viele Grüße nach Sierra Leone aus dem bewölkten Oldenburg,
Ulrike